Konsumreform – Soviel mehr als ein Café

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Gestern war mal wieder so ein Tag an dem ich einfach raus musste. Weg vom Schreibtisch und was Neues im Altbekannten entdecken.
Ich hab so eine kleine Liste für das Ruhrgebiet an Dingen, die ich noch machen möchte und Orten, die ich unbedingt besuchen möchte. Wenn ich irgendwo etwas Interessantes lese oder davon höre, kommt es auf diese Liste und mindestens einmal im Monat wird was davon abgehakt. Und so ein Tag war halt gestern endlich mal wieder. Die Sonne lachte sogar- also nix wie raus. Und Hunger hatte ich. Und auch nicht sooo viel Zeit. Also entschied ich mich dafür meine schon ausgemachte Mittagessens-Verabredung ins Konsumreform in der nördlichen Essener Innenstadt zu verlegen. Das stand nun schon einige Wochen auf der Liste und ließ sich auch recht gut in der Mittagszeit einrichten.

Auf die Liste hatte ich es geschrieben- und fett eingekreist- nachdem ich einen Artikel über den Wandel der nördlichen Innenstadt in ein Kreativquartier las. Für alle, die sich in Essen nicht so gut auskennen: Die nördliche Innenstadt ist so ziemlich der Schandfleck der Innenstadt. Kaum einer geht die Kettwiger Strasse (Haupteinkaufsstrasse) weiter herunter als bis zum Biomarkt, ausser man ist auf der Suche nach einem günstigen Döner oder möchte mal schnell günstig ins Ausland telefonieren. Nix gegen günstigen Döner, aber schön ist anders.

Die doch recht zahlreichen, leerstehenden Geschäftsräume und Gebäude und die eigentlich recht unattraktive Lage bieten jedoch auch einen entscheidenden Vorteil: Man kann einfach mal ohne allzu großes Risiko etwas Neues probieren. Dachte sich wohl auch Reinhard Wiesemann, der auch das Unperfekthaus – einer meiner absoluten Lieblingsorte in Essen – betreibt und eröffnete hier zunächst Anfang 2012 das GenerationenkultHaus (Ge-KU-Haus) mit Wohungen und Wohngemeinschaften für Alt und Jung und einem „Co-Working“ Office oben auf dem Dach mit Traumausblick.

Und im Untergeschoss genau diesen Gebäudes findet man nun seit einigen Monaten das Projekt Konsumreform. Ein Café/Bistro mit integriertem Trödelmarkt, Indoor Fahrradstation, E-Mobil Vermietung und Dusche. Trödelmärkte hab ich als Kind schon geliebt und veranstaltet und das hat sich bis heute nicht geändert. Also schon allein von der Idee her genau mein Ding. Und von der Umsetzung?

Auch! Total! Aber ich fang mal von vorne an. Meine Verabredung ist grandioserweise eine von den Personen, die immer sehr offen für Neues sind, also brauchte ich ihn gar nicht dazu überreden und wir wagten uns wagemutig hinter die imaginäre Grenze des Biomarktes.

Was wir fanden war ein Ladenlokal mit grossen Fenstern, dass rein äusserlich erstmal gar nicht so richtig auffiel. Doch nach dem Betreten fühlte es sich gleich irgendwie heimisch an, zumindest für mich. Kein Stuhl und kein Tisch gleicht dem anderen, es gibt Strandkörbe als Sitzmöglichkeiten oder ein langes Samtsofa im Fenster. Alles passt irgendwie gar nicht zusammen und andererseits total. Diese Art und Weise der Einrichtung habe ich im Unperfekthaus bereits kennen und lieben gelernt.

Es gibt eine grosse, lange Theke mit einer riesigen Vitrine, in der die tollsten Quiches und Torten präsentiert werden. Ich wusste direkt, dass es ein Entscheidungsproblem geben wird, vor allem nachdem ich dann auch noch die ganzen netten Dinge auf der großen Speisetafel hinter der Theke las: Suppen, Tortilla, Rosmarinkartoffeln, geschmierte Schnittchen, Quiche… hörte sich irgendwie alles yummie an! Und dann erstmal die ganzen Getränke: Smoothies, Raw chocolate power… chocolate what?! Musste ich probieren. Durch den mächtigen Schoko-Shake reduzierte sich dann der Anteil an fester Nahrung auf Rosmarin-Blechkartoffeln mit Kichererbsen-Sesam Dip. War beides wirklich seeeehr yummie und für zusammen 7,90 € kann man echt nichts sagen.

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Noch viel mehr als über das Essen freute ich mich jedoch auf den Besuch des hinteren Teils der Lokalität nach dem Essen – dem Trödelmarkt. Und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Allerhand Nippes und Zeugs, das eigentlich keiner wirklich braucht, aber manchmal halt plötzlich ganz dringend. Ich brauchte dringend Puppenmöbel und habe immerhin schon mal 2 Stühle dort gefunden – von Barbie in pink für 0,50 € zusammen!!! Grandios! Der Besuch hat sich alleine dafür schon gelohnt.

Ansonsten gibt es eine wahre Schallplatten Fundgrube (hier ist vor allem die Abteilung Obskures sehr zu empfehlen ), Klamotten, altes Spielzeug,Deko, Geschirr, VHS Kassetten und auch Sachen, die man früher selbst mal hatte und sich dann fragt, wann man sich von denen eigentlich getrennt hat bzw. wo die abgeblieben sind. Dazwischen findet sich auch selbst Gemachtes wie Schalen aus alten Schallplatten oder auch selbst gestaltete Schmuckdosen. Es gibt wirklich einiges zum Stöbern und auch zum Lachen.

Die einzelnen Regale bzw. Regalböden können wochenweise gemietet werden und man kann dann ab 5€/Woche (je nach Verkaufsfläche) seinen Trödel dort zum Verkauf anbieten. Hinzu kommt eine Servicegebühr von 10% pro verkauftem Artikel, aber dafür muss man sich um nix kümmern. Die Ware wird sogar elektronisch gegen Diebstahl gesichert. Und für die Besucher wechseln ständig die angebotenen Artikel und es gibt immer etwas Neues zu entdecken.

Auch das Publikum hier ist mehr als interessant. Da sitzen an einem Tisch junge Kreative, die das kostenlose W-LAN nutzen und an ihren Projekten arbeiten. An einem anderen Tisch findet gerade ein Geschäftsmeeting statt und mittendrin unterhält eine ältere Bewohnerin des Ge-Ku-Hauses mit ihrem kleinen Hund, der sich in seinem handgestrickten Ringelpulli jedem zum Streicheln anbietet, die anderen Gäste.

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Meiner Meinung nach ist das Konsumreform ist ein wirklich tolles Konzept und definitiv einen Besuch wert. Vor allem wenn man auf der Suche ist nach etwas Netterem als den sonstigen 08/15 Gastronomien in der Innenstadt, die eh alle dasselbe anbieten und nicht mal gemütlich geschweige denn günstig sind, ist das Café eine super Alternative. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen – spätestens wenn ich wieder etwas Kurioses brauche, dass anderswo schwer oder nur für viel Geld zu bekommen ist und die Smoothies will ich auch unbedingt noch probieren- die sahen sooo gut aus am Nachbartisch.

 

 

 

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Es war einmal in Myanmar – Eine meiner schönsten Reisebegegnungen

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Die nette Ina hat mir die Möglichkeit gegeben innerhalb ihrer Reihe „Blogger verraten ihre schönsten Begegnungen“ auf ihrem Blog einen Gastbeitrag zu schreiben – meinen Allerersten. Das macht mich sehr froh und auch sehr Stolz. Man hat ja auf Reisen meist viele Begegnungen und die meisten davon sind auch schön. Allerdings gibt es manche, die einen besonders beschäftigen. An die man noch sehr lange zurück denkt. Sie tauchen aus heiterem Himmel immer mal wieder in der Erinnerung auf. Man erinnert sich noch genau an den Tag, an die Umgebung, manchmal an Gerüche oder Geräusche, Farben, Stimmen. Mit Myanmar verbinde ich einige solcher Begegnungen, vielleicht sogar mit die meisten was meine bisherigen Reiseziele angeht. Ich hoffe, einige von Euch haben die Möglichkeit dieses wunderbare Land zu bereisen. Für alle anderen gibt es hier eine kleine Fotostrecke. Vielleicht können meine Bilder zumindest ein wenig von dem vermitteln, was dieses Land für mich so wunderbar und einzigartig macht.

Ich hoffe Euch gefallen die Bilder und auch der Artikel.

 

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P.S: Für mehr Bilder besucht doch einfach mal meine Facebook Seite.

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Für kleines Geld und mit ein bisschen Abenteuer nach Amsterdam

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Wenn man, wie ich, aus dem Ruhrgebiet kommt, ist man ja eh schon gesegnet- allein durch die Tatsache, dass man von hier kommt. Was das Ganze aber noch einen Tacken besser macht ist die Nähe zu den Niederlanden. Die Beweggründe dafür, dass den Ruhrpöttlern dies so gut gefällt sind vielfältig: Bierdosen ohne Pfand, Käse, Frikandel Speciaal,Vla,Holländische Pommes & Käsesoufflé, Shoppen oder auch die Tatsache, dass man dort ganz legal Sachen machen darf, die hier verboten sind….

Bei mir sind es wahrscheinlich all diese Gründe zusammen und ausserdem einfach die Tatsache, dass ich nach nur etwa 40 Minuten Fahrzeit in einem anderen Land bin. Früher, als es den Euro noch nicht gab, fand ich das alles sogar noch besser, weil man sogar Geld wechseln musste. Nun ja, jedenfalls finde ich die Nähe zu den Niederlanden einfach grandios und wenn ich längere Zeit mal nicht verreise, dann fahre ich wenigstens mal kurz über die Grenze.

Am Allerliebsten nach Amsterdam! Dafür müssen dann zwar etwas über 2 Stunden Fahrtzeit in Kauf genommen werden, aber die überstehe ich gerne um eine meiner weltweit absoluten Lieblingsstädte zu besuchen.
Und das Allerbeste: Die schnelle Medizin gegen akutes Fernweh gibt es auch noch für relativ kleines Geld und, wenn man möchte, sogar mit einem Hauch Abenteuer….

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Unser Ticket- natürlich alles auf Russisch!

1. Mit dem Bus nach Amsterdam:
Von der Bus Möglichkeit habe ich ehrlich gesagt auch nur durch Zufall durch eine Freundin erfahren und ich war erstmal auch richtig baff – denn anscheinend gibt es in Deutschland eine Art geheimen Reisebusverkehr, von dem man nur erfährt, wenn man gut russisch spricht (oder chinesisch, wie ich später noch rausgefunden habe). Kein Scherz! Es gibt mehrere russische Reiseunternehmen, die für richtig gutes Geld Städte- und auch ganze Urlaubsreisen anbieten. Allerdings sind die Webseiten nur auf Russisch, auch im Bus wird nur Russisch gesprochen und auch die angebotenen Führungen sind natürlich auf russisch. Man braucht also (Ich zumindest), um buchen zu können, jemanden der Russisch spricht. Dann kann man in der Nebensaison (November-März) für geniale 10 €!!! Hin und zurück!!! an mehreren Tagen die Woche nach Amsterdam fahren (oder auch nach Brüssel). In der Hauptsaison kostet der ganze Spass aber auch nur 20 €!!! Ein echtes Schnäppchen also. Man kommt um circa 11 Uhr in Amsterdam am Hauptbahnhof (Amsterdam Central) an und die Rückfahrt startet auch von dort wieder um circa 17 Uhr.

Genügend Zeit also für ein bisschen shopping, snacking und was auch immer. Alternativ kann man auch Samstags morgens mit dem Bus hin und Sonntag um 17 Uhr dann wieder zurück, wenn man die Stadt ein bisschen länger geniessen möchte. Der Preis ändert sich nicht. Man muss sich dann nur selbst um die Unterkunft kümmern.

Für mich war der Tagestrip eine durch und durch positive Erfahrung. Komfortabler Bus, netter Busfahrer (der sogar Deutsch gesprochen hat) und die Fahrtzeit hält sich auch einigermassen in Grenzen (von Düsseldorf aus circa 3,5 Stunden inklusive 1/2 Stunde Pause). Einzig von den ganzen Durchsagen und der Stadtführung durch Düsseldorf haben wir nichts verstanden, ausser Löwensenf und Altstadt. Aber irgendwie hat das die ganze Sache noch spannender und abenteuerlicher gemacht! Wie als wäre man auf einer Art geheimen Mission!

Also, sucht Euch einen fähigen Übersetzer und einem tollen und abenteuerlichen Tagesausflug steht nichts mehr im Wege!           Hier findet ihr die Website von dem Unternehmen, mit dem wir gefahren sind. Ich weiss, es gibt noch mehrere. Also wenn ihr noch weitere Unternehmen kennt oder sonst irgendwelche tollen Tipps habt, dann raus damit!

2. Mit dem Auto nach Amsterdam:

Ist natürlich am bequemsten. Und wenn man das Auto voll macht, dann ist das vom Spritgeld her auch wirklich nicht viel (circa 10 € pro Person bei 4 Personen). Allerdings wird einem dann ganz schlecht, wenn man in Amsterdam ankommt, parken will und einem klar wird, dass man fürs Parken mal eben genauso viel wie fürs Spritgeld zahlt… und zwar pro Person. Ausserdem muss man auch erstmal einen Parklpatz finden. Parken ohne Parkschein sollte man besser nicht versuchen, sonst begrüsst einen am Ende des Tages mit hoher Wahrscheinlichkeit die berühmt, berüchtigte Parkkralle und das möchte man ganz sicher vermeiden, denn dann wird es richtig teuer!
Daher hier ein super Tipp, der ausserdem noch sehr bequem ist. Es gibt einen Park & Ride Parkplatz unter dem Stadion von AJAX Amsterdam (P+R Transferium, Burgemeester Stramanweg 130, 1101 EP Amsterdam). Dieser ist sogar ausgeschildert, wenn man von Deutschland aus kommt. Parken dort kostet 8 € für 24 Stunden PLUS man bekommt Hin-und Rückfahrkarten für die Strassenbahn Richtung für alle Auto Insassen. Sind dann also um die 2€ pro Person. Insgesamt liegt man somit bei nur 12 € (bei 4 Personen) für einen echt super Tagestrip!

Man kann das Auto natürlich auch mehrere Tage dort stehen lassen. Jede weiteren 24 Stunden kosten dann 8€ zusätzlich!

 

 

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